Mauritius?! Immer immer wieder!

Meine Freunde Gerd und Barbara berichteten vor einigen Jahren euphorisch über ihren Urlaub an der Ostküste von Mauritius: die Landschaft, die Menschen, das Essen, … sie schwärmten von all dem, was man dieser Trauminsel damals allgemein positiv zuschrieb und auch heute noch zuschreibt. Nur blieb bei mir trotz aller Freude über den gelungenen Urlaub der beiden die sonst bei ähnlichen Schilderungen übliche Begeisterung die eigene künftige Reiseplanung betreffend aus. Was sollte ich als Single denn auf dieser Insel? Nur Paare, hauptsächlich
wahrscheinlich dort heiratende oder bestenfalls frisch getraute. Und noch nicht einmal richtige Palmen am Strand, sondern nur die seltsam anmutenden Kasuarinen. Nein, diese Insel, so befand ich damals, ist garantiert nichts für mich. Thema durch. Dann lieber gleich auf die Seychellen, die Malediven oder ab in die Karibik.
Im Frühjahr 2005 sprach mich dann eine Urlaubsbekannte an, ob ich mir vorstellen könnte, mit ihr eine Fernreise zu machen. Exotische Landschaft, interessante Gerüche, eine fremde Kultur und Sonne sollten für einen unvergesslichen Urlaub sorgen. Bali, so ihr Vorschlag, wäre doch ein interessantes Ziel. Na ja, war das überhaupt etwas für mich, den damals ach so Erholungsbedürftigen? Ein so langer, anstrengender Flug, und dann auch noch die Impfungen? Eventuell gar Malaria-Prophylaxe? Nein, nein, lieber nicht, irgendwann später einmal …
Mauritius, meinte sie dann, wäre doch eine gute Alternative. Ich erinnerte mich natürlich an die Äußerungen meiner Freunde. Jetzt, zu zweit? Das sah – trotz mangelndem Pärchen-Status – schon anders aus. Die fehlenden Palmen? Trotzdem konnte man sich ja mal näher mit der Insel befassen.

 

Es wurden Reiseprospekte gewälzt und vor allem das Internet bemüht. Wunderschöne Bilder von Stränden und Hotels, wohlklingende Schilderungen von Urlauben im Paradies. Soweit, so gut, das passte schon mal, aber – wenn überhaupt - wo nun genau nun hin? Die Wahl fiel nicht leicht bei der Vielfalt an Möglichkeiten. Dann aber: ein Luftbild vom Le Morne Brabant, an dessen Fuße einige Hotelanlagen erkennbar waren. Der Berg erinnerte mich an den Devil’s Tower aus dem SF-Film „Unheimliche Begegnung der dritten Art“, der mich als Jugendlichen sehr beeindruckt hatte, und der mir alle paar Jahre wieder eingefallen war. Nun war klar: genau dort wollte ich hin, es ging kein Weg daran vorbei. Der Berg zog mich wie der Devil’s Tower die Protagonisten im Film wie ein Magnet an. Also wurde meine Bekannte davon überzeugt, dass genau das der richtige Ort für die zwei Wochen Urlaub sei, so dass wir im September 2005
schließlich gemeinsam ins Les Pavillons reisten. Einen langen Flug später trafen wir dann zu früher Morgenstunde in Mauritius ein:Nach zwei Ehrenrunden in den Lüften erwartete uns ein Himmel grau in grau sowie viel Regen. Zur Steigerung unseres (Un-) Glückes dann auch noch eine Temperatur, die weiß Gott nicht dem entsprach, was wir uns naiver weise vorgestellt hatten. 

 

Aber irgendwie war das alles für mich nicht mehr von Bedeutung, denn der Anblick der Bergformationen während des Landeanfluges hatte bereits ausgereicht, um mich für die Insel einzunehmen. Das setzte sich dann weiter fort, denn die zwei Wochen am Fuße des Le Morne Brabant waren die schönsten Urlaubswochen, die ich bis zu diesem Zeitpunkt verbracht hatte. Und das waren zugegebenermaßen bereits einige. Die Landschaft, die mich im Südwesten an die Szenerie aus Jurassic Park erinnerte und die auch in den anderen Teilen der Insel sehr reizvoll ist, die zum Großteil wunderschönen
Strände, die äußerst freundlichen, offenen und selbstbewussten Menschen, die kulturelle Vielfalt, die sportlichen Möglichkeiten und nicht zuletzt
die kulinarischen Genüsse: dies alles trug zu meinem ganz persönlichen
perfekten Urlaubserlebnis auf einem zum Glück nicht perfekten Fleckchen Erde bei.

 

Die Anziehungskraft, die für mich zunächst hauptsächlich der Le Morne Brabant hatte, übertrug sich in dieser Zeit auf die ganze Insel. Aber die Gegend, von der ich mich am meisten angezogen fühlte und noch immer fühle, ist Le Morne. Denn dort liegt für mich ein ganz besonderer Zauber, der mich auch in Zukunft möglichst oft auf diese wunderbare Insel im Indischen Ozean locken wird.
Und da man es mit dem Warten auf die Zukunft nicht übertreiben und die Dinge proaktiv in die Hand nehmen sollte, war ich bereits im März 2006, also nur ein halbes Jahr nach meinem ersten Aufenthalt, schon wieder auf Mauritius anzutreffen. Dieses mal sogar alleine unter all den vielen glücklichen Leuten,
ob paarweise angereist oder auch nicht. Von der Insel habe ich in diesen zwei Wochen noch viel mehr gesehen und vor allem etliches mehr an persönlichen Eindrücken über das Leben dort mitgenommen.
 

Dies dank meines Kontaktes zu Stefanie, die ich zwischenzeitlich über das Mauritius-Forum kennen gelernt hatte, und den mit ihr „erlebten“ Ausflügen. Meinen Berg habe ich selbstverständlich wieder genossen, nämlich als Ausblick von meiner Liege am Strand von Flic en Flac. Und wenn ich das nächste Mal auf die Insel komme, werde ich mit meinem Begleiter und Stefanie an seinem Fuße picknicken. Daran geht kein Weg vorbei.